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Aus der Arbeit des Tumorzentrums Brustkrebs bekämpfen durch Früherkennung - eine wichtige Aachener Initiative In Aachen ist die Brustkrebsmortalität auch altersspezifisch erkennbar höher als im Saarland. Dieses in der Region beobachtetet und viel diskutierte Phänomen spielt als gewichtiger Grund für das Interesse der Aachener Region am Mammographie-Screening Programm eine große Rolle. Zwischen den beteiligten Kommunen können keine Unterschiede in Altersverteilung oder Brustkrebssterblichkeitsrate festgestellt werden. Im Vergleich zu den Daten des Krebsregisters Saarland wird deutlich, daß die Region Aachen eine etwa gleich hohe Inzidenz von Mammakarzinomen pro Jahr (seit 1994) registriert, etwa 100/100.000 Frauen erkranken jedes Jahr neu am Mammakarzinom. Der Vergleich ist altersstandardisisert und bereinigt für Carcinomata in situ und Mehrfachkarzinome. Die brustkrebsspezifische Mortalität ist über alle Jahre ist in Aachen höher als im Saarland (40/100.000 im Vergleich zu 30/100.000 Frauen). Die Vollständigkeit der Erfassung der Inzidenz kann auf der Grundlage des Vergleichs der altersspezifischen Inzidenzraten über mehrere Jahre gut abgeschätzt werden. Die Aachener Daten sind bis in die Altersgruppe 70-75 Jahre gleich mit den saarländischen Inzidenzschätzungen, erst jenseits der 75 wird die Erfassung deutlich lückenhafter. Diese Unterschätzung der Inzidenz dürfte sich jedoch auf das Screning-Programm kaum auswirken, da die Inzidenz von Mammakarzinomen in den Zielaltersgruppen 50 bis 69 Jahre über 90% beträgt.
Abbildung
10: Neuerkrankungen im Bereich des Tumorzentrums Aachen e.V. und im
Saarland -
Stadienverteilung bei Diagnose Als eine der möglichen Ursachen für die erhöhte Brustkrebssterblichkeit in der Aachener Region könnte die ungünstige Stadienverteilung bei Diagnose heran geführt werden. Die Auswertungen von Daten aus dem Aachener Tumorzentrum , der an ihm angesiedelten Feldstudie Mammakarzinome und den Vergleichsdaten aus anderen Feldstudienregionen und den angrenzenden Niederlanden zeigen, daß nur ein Drittel der diagnostizierten Mammakarzinome in prognostisch günstigen Stadien in Aachen entdeckt werden über den gesamten Beobachtungszeitraum von über 10 Jahren. Bei Teilnehmerinnen am gesetzlichen Früherkennungsprogramm erhöht sich der Anteil der günstigen Stadien auf 50%, jedoch bei Teilnehmerinnen am niederländischen Screening beträgt dieser Anteil 76% in der ersten Runde und 79% in den Folgerunden. Andere Regionen in Deutschland wie z.B. München scheinen auch eine günstigere Stadienverteilung bei Diagnose aufzuweisen als Aachen.
Tabelle 2: Entwicklung der Tumorstadienverteilung bei Erstdiagnose Mammakarzinom Auf der Grundlage dieser Datenanalysen wurde in der Region Aachen die Notwendigkeit von Veränderungen des jetzigen Versorgungsangebots, insbesondere auch bei den Selbsthilfegruppen und den Frauenorganisationen, laut. Innerhalb der Ärzteschaft wurden mögliche Ursachen, einschließlich methodischer Unterschiede zwischen den Feldstudien oder eine nicht flächendeckende Erfassung der Tumore in der Region Aachen diskutiert (Selektionsbias). Diese Erklärung konnte nach Auswertung der in den vier pathologische Instituten der Region Aachen gestellten Mammakarzinom-Diagnosen durch die Feldstudie verworfen werden. Anteil
der durch das herkömmliche gesetzliche Früherkennungsprogramm entdeckten
Mammakarzinome - einschließlich Stadienverteilung Der Anteil der durch die gesetzliche Früherkennung diagnostizierten Mammakarzinome ist über die Jahre in Aachen nicht höher als 15% aller registrierten Brustkrebserkrankungen. Auswertungen der gesetzlichen Krankenversicherungen und der KVNO ergaben, dass nur etwa 40% der anspruchsberechtigten Frauen in der Region überhaupt die Früherkennung in Anspruch nahmen, und dass die Hälfte aller durchgeführten Mammographien (Indikation nicht unterscheidbar zwischen kurativer Mammographie und Früherkennung) bei Frauen unter 50 Jahren vorgenommen wurden. Diese Resultate verdeutlichen aus einer anderen Perspektive, wie notwendig eine Ergänzung und Neuorganisation der Brustkrebsfrüherkennung innerhalb des gesetzlichen Früherkennungsprogrammes sind. Regelmäßige Auswertungen über die medizinische Versorgung werden vom Tumorzentrum Aachen e.V. im Rahmen des regionalen Qualitätssicherungsprogrammes an die behandelnden Abteilungen zurück gespiegelt. Diese Daten dienten u.a. als Grundlage für die Verabredung von gemeinsamen Behandlungsstrategien und die Befolgung von Leitlinien. |
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