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Statistische Angaben Statistische Ergebnisse sind ein wesentlicher Leistungsnachweis einer Einrichtung und unerlässlicher Teil eines zertifizierten Qualitätsmanagements (Normforderung). Das seit Jahren in der KBS praktizierte System statistischer Erfassung entspricht den Normforderungen der DIN EN ISO 9001. An Hand der 20jährigen Erfassung und Auswertung können heute Veränderungen und Entwicklung der KBS aufgezeigt werden. Berichtszeitraum April 1979 - April 1980 (das erste Jahr): Es wurden ca. 190 Personen erstmalig beraten. Von April 1979 bis April 1983 stieg die Zahl der Erstgespräche kontinuierlich bis auf 290 pro Jahr an (insgesamt waren es in den ersten 4 Jahren 990 Erstgespräche). 1986 nahmen schon 348 Betroffene erstmalig die Beratung in Anspruch - davon kamen 169 aus der Stadt und 148 aus dem Kreis Aachen. Insgesamt wurden in dem Jahr 875 Beratungsgespräche mit krebsbetroffenen Menschen geführt. Erstmals wurde auch die Anzahl der Gespräche mit Angehörigen veröffentlicht (62). Die rasch steigende Inanspruchnahme der KBS zeigt besonders deutlich der Zahlenvergleich der Jahre 1989 und 1998:
Im Vergleich zu anderen
Krebsberatungsstellen in Deutschland ist der Anteil an beratenen
krebsbetroffenen Männern in der Aachener KBS (mit gut 1/3 aller
Ratsuchenden) hoch. Statistisch nicht erfasst wurden Kontakte mit Verantwortlichen aus den mit der Krebsberatungsstelle verbundenen Selbsthilfegruppen in der Krebsnachsorge (aus Stadt und Kreis Aachen, der Region und dem benachbarten Ausland), ebenso nicht die Anzahl der weiteren Personen aus diesen Selbsthilfegruppen, mit denen es bei vielen Anlässen Kontakte gab (Arbeitstreffen, Gruppentreffen, Veranstaltungen und Feiern). Nicht gezählt wurden außerdem krebsbetroffene und nicht krebsbetroffene Menschen, die während der KBS-Informationsstände sowie bei Veranstaltungen und Vorträgen mit den Mitarbeiterinnen der KBS Kontakt aufgenommen haben.
Die Altersspanne lag zwischen 20 und 97 Jahren. Die Altersgruppe der 40 - 70jährigen ist am stärksten vertreten. Der Schwerpunkt lag in den letzten 5 Jahren bei den 50 - 60jährigen, was auch den bundesweit veröffentlichten Angaben über die hauptbetroffenen Altersgruppen entspricht. Entsprechend der Altersverteilung - ein hoher Anteil an Betroffenen ist im erwerbsfähigen Alter - sind viele Beratungsanliegen mit der beruflichen Rehabiliation verbunden. Menschen in unserer Gesellschaft definieren sich über Arbeit. Sie organisiert den Tagesablauf, vermittelt Lebenssinn, strukturiert soziale Kontakte, trägt zur Selbstbestimmung bei und gibt Handlungskompetenz. Sie bietet sozialen Rückhalt, Lebensqualität und aktiviert Selbstheilungspotentiale. Der Standort der KBS-Arbeit ist an der Schnittstelle zwischen dem sozialen Sicherungssystem und dem Gesundheitswesen. Gesellschaftliche Entwicklungen betreffen immer einzelne Menschen. Ausdifferenzierung der Gesellschaft, steigendes Niveau der Anforderungen, Zerbrechen lebensweltlicher Bezüge, Umbau der Arbeitsgesellschaft machen Lebensentwürfe besonders für krebserkrankte Menschen schwierig. Berufliche Wiedereingliederung, bezahlte oder ehrenamtliche Arbeit für Krebsbetroffene gehört zu den Hauptanstrengungen der KBS-Mitarbeiterinnen. Studien belegen, dass Langzeitarbeitslose pathologische Symptome zeigen, die denen sterbender Menschen ähneln. An Krebs Erkrankte sind demnach doppelt existenziell bedroht. Die Auswertung aus rund 20 000 Beratungsgesprächen in 20 Jahren zeigt deutlich, dass Schwerpunkte der Beratungsanliegen weiterhin in einem großen Bedarf an hochwertiger Information liegen. Dabei reicht die Spannbreite von Fragen zur Erkrankung, Therapien und Nachsorge, über das Einholen einer unabhängigen Zweitmeinung und Schwierigkeiten in der Arzt-Patienten-Verständigung, finanzielle Notsituationen und Heil- und Hilfsmittel bis hin zu Fragen der beruflichen und medizinischen Rehabilitation und anderen sozialrechtlichen Anliegen. “Der Stellenwert Information bei der Bewätigung schwerer Erkrankung ist groß... Das belegen wissenschaftliche Untersuchungen.... Umfassend informierte Patienten leiden weniger unter ihrer Erkrankung und Therapie, sie erholen sich schneller und haben weniger Probleme im sozialen Umfeld. Bei einigen dieser Erfolge scheint eher die Tatsache Ausschlag gebend zu sein, dass bessere Informationen auch den Zugang zu der jeweils besten Therapie erleichtern als etwa die psychologische Unterstützung” (B.Hiller, Krebsinformationsdienst Heidelberg, Interview in der Süddeutschen Zeitung 25.09.97). Gesicherte Informationen zu bekommen und Wahrheit zu wissen, sind eine Form von Gerechtigkeit und die optimalen Grundlagen für Entscheidungen. Statistisch erfasst werden in der KBS rund 100 Beratungsanliegen, mit denen Menschen die KBS aufsuchen. Für die KBS-Mitarbeiterinnen gilt, dass es ein “Nicht-zuständig-sein” nicht gibt. Wie die Beispiele in Kapitel .... belegen, kommt es in der KBS als sozialer Einrichtung darauf an, dass hier Menschen sind, die für die Anliegen krebsbetroffener Menschen überall hingehen und sich nicht wegschicken lassen - auch und gerade wenn alle Rechtsmittel ausgeschöpft sind. Solche Interventionen bewirken erfahrungsgemäß oft doch noch etwas. |